Chinesisch – Die neue Weltsprache?
24 Okt 2011
Sinologie studieren? Vor einigen Jahren galt die Sinologie als Orchideenfach schlechthin. Nur eine kleine Anzahl an Studierenden bemühte sich die chinesische Sprache zu erlernen. Chinesisch ist eine Tonsprache und genau aus diesem Grund zählt sie neben Japanisch und Arabisch zu den für Europäer am schwierigsten zu erlernenden Sprachen. Die vier Tonhöhen des Chinesischen sind bedeutungsunterscheidend, das heißt, dass die Silbe „ma“ beispielsweise, abhängig von der Tonhöhe sowohl „Mutter“ als auch „Pferd“ bedeuten kann. Gerade die Aussprache ist ein wichtiger Bestandteil des Chinesisch Lernens und sollte von Anfang an intensiv trainiert werden. Falsch Angelerntes ist mit der Zeit immer schwieriger zu korrigieren.
Es gibt nicht „die“ chinesische Sprache
Eigentlich kann man kaum von „der“ chinesischen Sprache sprechen. Die chinesische Umgangssprache besteht nämlich aus einer Vielzahl von Dialekten. Diese unterscheiden sich teilweise so stark voneinander, dass sich ein Chinese aus Peking mit einem Einwohner Guangzhous im Süden des Landes nur schwer verständigen kann. Die chinesische Schrift dient als einigendes Element des Kuturraums. Insgesamt gibt es im Chinesischen rund 50 000 Schriftzeichen. Zwischen 1500 und 3000 Zeichen werden benötigt um eine Zeitung zu lesen.
1955 wurde das sogenannte Mandarin “Putonghua” zur offiziellen Amtssprache in der Volksrepublik China erklärt. Während in den Schulen Mandarinchinesisch gelehrt wird, kann man sich auch wenn man jahrelang Mandarin gelernt hat, im Gespräch mit älteren Chinesen aber auch in ländlichen Gegenden nur schwer verständigen.
Sinologiestudium als Karrierechance
Die kleine Zahl der Sinologiestudenten ist mittlerweile beträchtlich angewachsen, ja es scheint fast so, als hätte nach Unterhaltungselektronik, Schuhen und Textilien nun auch Sprache und Kultur Chinas ihren Siegeszug in den Westen angetreten. Durch den rasanten Anstieg der Studenten mussten viele Hochschulen in Deutschland den Zugang zum Studium beschränken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Chinesischschulen und Konfuziusinstitute in Deutschland. Längere Auslandsaufenthalte in China sind keine Seltenheit mehr. Statt Englisch lernen bei einer Sprachreise London ergreifen viele Studenten der Sinologie aber auch Wirtschaftswissenschaftler und Juristen die Chance und belegen für ein oder zwei Semester Sprachkurse an einer chinesischen Universität.
Gerade für Studierende der chinesischen Sprache empfiehlt sich ein Auslandsaufenthalt. In Sprachkursen an Volkshochschulen kann man sich zwar Grundkenntnisse aneignen, bei Einheiten von zwei bis vier Wochenstunden ist es aber kaum möglich, die Sprache so zu beherrschen, dass man sich in einem chinesischsprachigen Umfeld verständigen kann. Eine gute Grundlage sind solche Kurse aber auf jeden Fall.
Vorbereitende Kurse sind nötig
Weil die chinesische Sprache nicht ganz einfach zu lernen ist, gilt es an den meisten Universitäten, die Sinologie als Studienzweig anbieten, vor Beginn des eigentlichen Sinologiestudiums ein Propädeutikum zu absolvieren. Über ein Jahr hinweg befassen sich die Studierenden intensiv (15-20 Wochenstunden) mit der chinesischen Sprache und sind so in der Lage nach einem Jahr einfache Texte zu lesen und Unterhaltungen zu führen.
Sprachreisen nach China sind eine sinnvolle Ergänzung zum Studium. So können Chinesisch Studierende für einige Wochen in Sprache und Kultur des Landes eintauchen. Renommierte Sprachreiseveranstalter kümmern sich nicht nur um die Organisation des Fluges und der Unterbringung, sondern garantieren auch erstklassigen Unterricht durch erfahrene Muttersprachler. Die Schweizer Sprachreiseagentur ESL bietet auch Privatlektionen bei der Lehrkraft zu Hause an. Für die Zeit des Aufenthalts sind die Studierenden dann bei ihrem Lehrer bzw ihrer Lehrerin untergebracht.
Die chinesische Sprache zu erlernen stellt für Europäer eine Herausforderung dar, die sich allerdings lohnt… China ist eines der größten Exportländer und eine bedeutende wirtschaftliche Größe, der chinesischen Sprache mächtig zu sein steigert unter Umständen die Chance auf eine internationale Karriere.
Bild: panthermedia.net Harald Richter
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